Hver…

tonlist
Philip

Ein Duzend Trips nach Island kann man als Beweis für eine vollständige und unheilbare Abhängigkeit betrachten. Zuerst war es vor allem das Wandern im Hochland und Fotografieren von Islands umwerfenden Landschaften, im Sommer wie im Winter, was ihn an das Land gefesselt hat. Studiert hat Philip nämlich Geographie. Das Interesse für isländische Bands kam schleichend, durch einige Konzerte in Deutschland befeuert, bis es in den Wochen und Monaten vor seinem ersten Iceland Airwaves Besuch zum Big Bang kam. Damit war es um ihn geschehen: beim stöbern im Band-Lineup in so kurzer Zeit eine solche Anzahl an großartigen Bands aus einem Land mit gerade mal 320.000 Einwohnern zu entdecken war unglaublich. Zwischen experimentellem Electronic und krachendem Desert Rock ist alles da und der Stil so mancher Band lässt sich erst gar nicht beschreiben. Die Dinge nahmen dann ihren Lauf. Airwaves14 war ein überragendes Festival, das Ticket für das folgende Jahr schon 11 Monate im Voraus bestellt und Airwaves15 setzte nochmal einen drauf. Fazit: es geht noch mehr! Daraus entstand zusammen mit Steffi die Idee tónlist.de. Als Geograph hat Philip zwar keinen beruflichen Hintergrund in der Musik, aber wenn es darum geht, Musik auf Konzerten live zu erleben könnte man ihn für leicht durchgeknallt halten. Denn das ist im Durchschnitt mehr oder weniger wöchentlich der Fall.

…og af hverju?

Das Warum ist ganz einfach: weil Islands Musikszene so unglaublich reich an phantastischen Bands aller Stilrichtungen ist, die aber leider außerhalb Islands (und damit auch in Deutschland auf das sich dieser blog vor allem konzentrieren soll) oft nicht die Bekanntheit haben, die sie verdienen! Jeder kennt Björk. Fast jeder Of Monsters and Men. Sigur Rós oder GusGus ist auch vielen ein Begriff. Vielleicht ist einem dunkel auch FM Belfast in Erinnerung (wer FM Belfast kennt weiß allerdings, dass von dunkel eigentlich nicht die Rede sein kann). Aber schon bei Agent Fresco wirds sehr knapp, wenn das gegenüber sich nicht intensiver mit Islands Musik beschäftigt. Oder bei Hjaltalín. Oder bei Vök. Aber was ist mit Mr. Silla? Prins Póló? Mugison? Oder die Band mit dem aufsehenerregenden Namen Vaginaboys? Da sind die Meisten mit ihrem Isländisch am Ende und das ist etwas, was dringend einer Änderung bedarf!