On Air Special: David Bowie

In dieser Woche stand meine Welt für einige Sekunden still. Genau dann, als mich die Nachricht von David Bowies Tod erreichte. Schock. Fassungslosigkeit. Stille.

Ich war gerade aufgewacht und hatte eine Nachricht von einem Freund auf meinem Handy Display. Ich konnte es nicht fassen. Den ganzen Tag trottete ich durch meine Wohnung und war einfach nur traurig. Ich dachte zurück an die Zeit, in der Bowie einen großen Mittelpunkt in meinem Leben darstellte. Als ich mit meinen Kommilitonen im Sommer 2014 eine Reportage über Bowie drehte. Anlass war die David Bowie Ausstellung im Martin Gropius Bau in Berlin. Wir bekamen Pressepässe und konnten die Ausstellung vor dem offiziellen Eröffnungstag besuchen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde Bowie als Held verehrt. Es war nicht nötig, dass er von uns geht, damit der große Hype ausbricht, wie bei so vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen. Er lebte zurückgezogen und hatte kein Interesse daran im Rampenlicht zu stehen. So auch bei der Anstellungseröffnung, was viele Journalisten zum enttäuschten stöhnen veranlasste.

Heute lief ich zur Hauptstraße 155 in Berlin Schöneberg. Die Vorstellung, dass David Bowie hier einst durch die Straßen schlenderte, fällt mir schwer, beim Anblick der Dönerbuden, Fitnessstudios und Späti´s. Ich erinnere mich daran, wie wir hier im Hochsommer 2014 mit voller Kameraausrüstung die Fassade und den Innenhof gedreht haben. Wie wir Tag und Nacht unzählige Stunden lang Bowie Songs hörten und unser Video schnitten. Und wie wir stundenlang vor dem Martin-Gropius-Bau Bowie-Fans interviewten, die alle ihre persönliche Geschichte mit Bowie zu erzählen hatten.

Als ich die Nummer 155 erreiche, liegen unzählige Blumen vor dem Haus. Kerzen brennen und Bilder von Bowie (mit viel Glitter) wie auch Gedichte, Zeichnungen und Songtexte sind zu sehen. Einige Menschen haben sich vor dem Blumenmeer versammelt. Drei Leute neben mir haben sich gerade getroffen um Blumen nieder zu legen. Ich höre wie eine der drei sagt: „Die jungen Leute wissen doch gar nicht mehr wer das ist“. Ein paar Jugendliche kommen gerade aus dem Tattoo Studio von nebenan. Sie schlängeln sich durch die Kerzen, die direkt vor dem Laden platziert sind. Ein Mann läuft vorbei, mit seinen beiden Kindern an der Hand. Sie fragen lautstark nach, warum hier so viele Blumen liegen. Der Mann antwortet in gebrochenem Deutsch, es wäre irgendein Schauspieler oder Sänger gestorben.

david bowiedavid bowie

 

 

 

 

 

 

Ich stehe einige Minuten da und starre auf das Bild vor mir. Was würde Bowie wohl jetzt denken? Ihm wäre vermutlich selbst das ganze Spektakel um seinen Tod zu viel gewesen. Jetzt ruht er in Frieden und betrachtet sein Werk. Er sieht, dass es gut war.

Maybe...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.