Júníus Meyvant @Ampere, München, 31.1.2016

júníus meyvant

Ein Mann, eine Gitarre und ein Mikro. Weniger geht nicht. Mehr aber auch nicht. An einem regnerischen Sonntag spielt der großartige, isländische Singer-Songwriter Júníus Meyvant im Ampere in München. Zu Beginn kündigt er an, 620 Songs spielen zu wollen. Davon seien 300 Stück nicht von ihm, sondern von Angela Merkel geschrieben worden. Und sie sei sogar anwesend und schaut vom Balkon oberhalb des Publikums aus zu.
Auch zwischen den Songs erzählt Júníus immer wieder sehr humorvoll einige Alltagsgeschichten, die von Themen wie Wäschewaschen, Beerdigungen, Hochzeiten, schlechtem Wetter und Skateboarden handeln. Und wie ihm oftmals nichts anderes übrig blieb als Lieder zu schreiben. Gerade bei schlechtem Wetter, was, wie er selbst sagt, in Island ungefähr 363 Tage im Jahr der Fall ist. Gewöhnlich wird es bei Konzerten von ihm auch mal etwas enger auf der Bühne, siehe unser On Air aus der vergangenen Woche. Aber obwohl er ohne seine großartige Band auftritt, schafft er es, das Publikum restlos zu verzaubern und in seinen Bann zu ziehen. Und die Münchner_innen lieben ihn. Bei Songs wie Gold Laces oder Color Decay durchfährt einen ein wohliger Schauer voller Freude und Glück. Das mag kitschig klingen, aber Júníus schafft es, den kompletten Saal in einem magischen Ort voller gespannter Zuschauer zu verwandelt. Keine Smartphones, die einem die Sicht versperren, keine unnötigen Unterhaltungen während des Konzertes. Die etwas ungewohnte Situation eines bestuhlten Konzerts erweist sich letztlich als Gewinn. Ein begeistertes Publikum, das den Atem anhält, wenn Júníus Lyrics wie „lay down your troubles if you can girl / don’t let anybody steal your crown“ aus dem großartigen „Neon experiences“ kraftvoll in das Mikro singt. Die EP, deren Songs er neben einigen neuen und bisher nicht veröffentlichten komplett zum Besten gab, war fünf Minuten nach Ende des Konzertes bereits am Merch-Stand ausverkauft.

Lieber Júníus, wir können es kaum erwarten dich wieder live zu sehen.

Maybe...

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