Interview mit der isländischen Supergroup Gangly

Das erste Mal, dass das elektronische R’n’B und Trap Experiment GANGLY auftauchte, war 2014, als ihre Single Fuck with Somone Else veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, welche bekannten Künstler hinter dem Projekt standen, denn GANGLY verschickten den Song damals anonym. Doch das Geheimnis konnte nicht lange gewahrt werden, bis klar wurde, dass es sich bei den Musikern um Sindri Már Sigfússon (bekannt von Sin Fang), Jófríður Ákadóttir (bekannt als JFDR und Teil von Samaris oder Pascal Pinon) und Úlfur Alexander Einarsson (Gitarrist bei Oyama) handelt.

Europa Tour © Ingibjörg Birgisdóttir, UNDIR Studios

Mystische Stimmen und schleppende Beats – der einzigartige gläserne und dramatische Sound ihres Electronic-Experiments hat schon einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bis jetzt wurden bereits vier Singles veröffentlicht, ein Album ist aber bislang noch nicht in Sicht. Die Videountermalung jeder Single wurde mit abstrankten Animationen umgesetzt, die auf jeden Fall gesehen werden sollten.

In den nächsten Tagen steht dann endlich die erste kleine Tour in Europa an! Darunter sind zwar nur wenige Großstädte, aber auch Deutschland steht auf der Liste. Leider wurde das Konzert in Hamburg aufgrund „unvorhersehbarer logistischer Gründe“ von FKP abgesagt. Zum Glück gibt es aber auch noch in Berlin die Chance GANGLY live zu erleben. Und zwar hier, am 23. April!


Wir hatten das Glück, GANGLY ein paar Fragen zur anstehenden Tour und ihrer Musik stellen zu dürfen:

Eure erste Europatour steht kurz bevor. Was sind eure Erwartungen für die Tour? Seid ihr nervös, nach so vielen positiven Rückmeldungen auf eure vorab veröffentlichen Songs?

Wir werden für all die Fans, die wir seit der Veröffentlichung der ersten Single ‚Fuck With Someone Else‘ um uns geschart haben, das Internetprojekt in ein Live-Format umsetzen. Wir hoffen die Live-Erfahrung wird neue Aspekte aus dem Projekt heraus bringen und dem ganzen einen neuen Kontext geben.

Was können die Besucher in Berlin und in den anderen europäischen Spielstätten bei den Konzerten erwarten? Werdet ihr viel neues, noch ungehörtes Material performen?

Wir haben ein spezielles Set für diese besondere Tour gemacht. Dabei werden wir unsere aktuellen Songs zusammen mit neuem, speziell produziertem Materiel ergänzen, das zu einem späteren Zeitpunkt zu neuen Songs werden könnte. Im Set sind ein paar Songs mit dabei, die bisher noch unveröffentlicht und zumeist noch nicht gehört wurden.

Vor ein paar Wochen habt ihr den Song Whole again veröffentlicht. Das ist nun schon das vierte Stück, das ihr mit einem Video online zeigt. Unter diesen ist es bislang mein Lieblingsstück und auf den Text bezogen, vielleicht das positivste. Welches, der vier Stücke bedeutet euch am meisten oder hat sich eurer Meinung nach zum besten Song entwickelt?

Wir lieben wirklich alle unsere Songs gleichermaßen und fühlen, dass mit jedem neuen Song eine neue Seite des Projekts zum Vorschein kommt, das dadurch langsam in seiner Gesamtheit enthüllt wird. Genau so, wie jedes Video etwas Anderes der visuellen Gangly-Ästhetik präsentiert.

Die Veröffentlichung der letzten drei Songs hatten immer einen zeitlichen Abstand von ziemlich genau drei Monaten. Können wir uns also schon jetzt auf Juni freuen? 😉

Ja, es wir definitiv ein neues Video vor August geben.

Jeder einzelne eurer Songs wurde von wunderbaren, abstrakten Videoanimationen untermalt. Meiner Meinung nach, drücken sie die dunkle und gläserne Stimmung der Stücke sehr gut aus. Die Schlüsselrolle spielt dabei immer ein bronzefarbener, nackter, menschlicher Körper, der sich in einer abstrakten Umgebung bewegt. Hat das Ganze einen tieferen Hintergrund und wem haben wir für diese Videokunst zu danken?

Mani von Undir Studios half uns die visuelle Ästhetik umzusetzen, die wir damit herüber bringen wollten. Jedes Video wurde ohne einen größeren erzählerischen Hintergrund ausgearbeitet. Es ging mehr darum, mit jedem Video neue visuelle Ideen umzusetzen, die alle allein schon durch die Gangly-Ästhetik miteinander verknüpft sind. Ähnlich wie neue Seiten eines größeren Universums.

Werden die Animationen auch Teil der Konzerte in Europa sein, wie sie es beispielsweise bei Shows während der Iceland Airwaves waren? 

Wir wollen etwas Neues in die Live-Shows bringen, indem wir die Konzerte dunkel und minimalistisch, mit geringer Beleuchtung halten.

In diesem und im letzten Jahr wart ihr alle auch mit anderen Projekten sehr beschäftigt. Erst kürzlich hörte ich einen neuen Song von Úlfurs Band Oyama, Sindri veröffentlichte letztes Jahr sein neues Sin Fang Album Spaceland und Jófríður veröffentlichte im März ihr Debütalbum “Brazil” unter dem Namen JFDR, nach Alben mit Samaris und Pascal Pinon im letzten Jahr.
Wie findet ihr immer noch Zeit für GANGLY, wenn ihr doch gleichzeitig so viele andere Projekte am laufen habt? Und wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen in dieser Besetzung eine Band zu gründen?

Es ist alles sehr organisch. Wir kamen einfach zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, weil wir uns sowieso schon ziemlich lange kannten. Es ist einfach passiert. Wir finden deswegen immernoch Zeit um neue Musik zu machen, da das ganze so ergiebig abläuft. Zusammen im Studio brauchen wir einfach nicht so viel Zeit.

War die arbeitsreiche Zeit dazwischen ein Grund dafür, dass es nach dem ersten Song Fuck with someone else 2014 bis zu den zuletzt erschienenen so lange gedauert hat?

Wir wollten uns ein bisschen Zeit lassen, um über unser gesamtes Material als ein Ganzes zu schauen. Ziel war dabei auf eine größere Idee hinzuarbeiten – die Veröffentlichung von mehreren, videogeführten Singles und was auch immer danach noch kommen mag.

Wird also dieses Jahr das Jahr von GANGLY werden? Ich denke viele Leute waren auf eine Albumankündigung oder zumindest die, einer EP… Folgen noch weitere (Festival?)-Shows in Europa?

Ja, es wird Ankündigungen in der Zukunft geben.

Vielen Dank für eure Antworten und viel Spaß bei den anstehenden Konzerten!

(Das Interview wurde aus dem Englischen übersetzt.)


Und zum Schluss: Wenn ihr ein paar Songs hören wollt, die vielleicht auch die Stücke von GANGLY beeinflusst haben – die Band hat im Januar eine Spotify Playlist erstellt, die es hier zu hören gibt. Ansonsten, auf zum Konzert in Berlin, um eure eigenen Eindrücke zu gewinnen! 🙂

 

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