Interview mit Emmsjé Gauti: Vagg & velta – Rock ’n‘ Roll auf Isländisch

Emmsjé Gauti

Emmsjé Gautis 3. Album „Vagg & velta“ ist Anfang Juli nach drei langen Jahren des Wartens erschienen. Nachdem im letzten Jahr mit dem großen Erfolg von „Strákarnir“ ein neuer Meilenstein gesetzt wurde, war die Spannung groß, was Gauti noch alles auf Lager hat. Einen kleinen Vorgeschmack bekamen wir bereits mit den Veröffnetlichungen von „Ómar Ragnarsson“ und „Djammæli„.

Durch diese waren meine Erwartungen ziemlich hoch und nach dem ersten Mal Hören des Albums musste ich feststellen, dass sie sogar noch übertroffen wurden. Jedes einzelne Stück hat Ohrwurmpotential. Nach 2-3 Mal hören konnte ich die Refrains bereits mitsingen und es fällt mir extrem schwer überhaupt einen Favoriten zu nennen. Von klassischen Rap-Vibes, über Streicher bis hin zu Pop und coolen Collaborationen (Úlfur Úlfur, Aron Can, Unnsteinn,…) – bei dem Album kann man mit allem rechnen.

Kurz nach Veröffentlichung des Albums hatte Gauti Zeit uns ein paar Fragen zu „Vagg & velta“ zu beantworten.

Dein neues Album „Vagg & velta“ ist vor kurzem erschienen. Wie lange hast du daran gearbeitet?

Es hat etwa 3 Jahre gedauert, bis das Album fertig war. Mein zweites Album kam im November 2013 heraus und kurz danach fing ich an, an einem Mixtape zu arbeiten. Mit jedem Lied das ich mochte, wurde das Mixtape umfangreicher, sodass ich beschloss härter zu arbeiten, damit die Songs besser werden und dabei ein neues Album entsteht. „Vagg & velta“ ist das Ergebnis.

Was bedeutet der Albumtitel und warum hast du ihn gewählt?

Es ist die isländische Übersetzung für Rock ’n‘ Roll. Logi Pedro von Retro Stefson hat vagg&velta als Tattoo und ich habe mir das Gleiche während einer Partynacht stechen lassen. Wir wurden die vagg&velta Crew. Nach einiger Zeit habe ich es in einem Lied benutzt. Kurz danach entschied ich mich dafür, ihn als meinen Albumtitel zu verwenden.

Das Artwork des Albums ist recht „ungewöhnlich“. Obwohl es „Vagg & velta“ heißt, wurde der Text von „Strákarnir“ auf das Cover gedruckt. Die Fotos auf dem Cover und im Booklet sind ebenfalls vom Strákarnir-Video. Wie kam es dazu? Bedeutet dir dieses Stück besonders viel?

Ich bin mit vielen Künstlern die verschiedensten Ideen durchgegangen, bevor das Richtige dabei war. Es war die Idee des Regisseurs des Strákarnir-Videos, das Foto für das Artwork zu benutzen. Ich schickte die Fotos zu Bobby Breiðholt, der das Artwork gemacht hat. Am gleichen Tag schickte er mir noch ein paar Vorschläge. Mir gefiel was ich sah und so kam der Stein ins Rollen. Der Strákarnir-Song und das Video bedeuten mir viel. Sie ist meine bisher größste Single und gleichzeitig der Song, bei dem ich für mich einen neuen Rap-Stil gefunden habe. Ich liebe das Video und in ihm sind eine Menge meiner guten Freunde. Ich bin ein großer Fan von Bobby Breiðholt und bin sehr glücklich mit dem Artwork.

Was sind die Hauptthemen des Albums? Woher hast du deine Inspiration genommen?

Ich glaube nicht, dass es auf dem Album bestimmte Themen gibt. Ich rappe immer in der ersten Person, sodass das worüber ich rappe entweder etwas ist, das ich selbst gesehen oder erlebt habe. Mein Leben ist meine Inspiration für meine Texte.

Du hattest eine Release-Party! Wie haben die Leute auf die neuen Stücke reagiert?

Meine Release-Party war ziemlich verrückt. Ich habe mich für eine Bühne in der Mitte des Raumes entschieden, sodass ich quasi 4 Bühnen hatte. Außerdem hatte ich eine Band (Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist von Agent Fresco) und 2 DJs. Die Techniker haben perfekt gearbeitet und so wurde es zu einer der besten Nächte meines Lebens. Die Leute kannten fast jedes Wort, obwohl ich das Album erst eine Woche vor dem Konzert veröffentlicht hatte.

Emmsjé Gauti Vagg & Velta Release Party
„Vagg & velta“ release party – © Esther Þorvaldsdóttir

Was denkst du darüber, dass Leute, die kaum oder gar kein Isländisch können, deine Musik mögen? Ich meine, es handelt sich schließlich um Rap. Normalerweise würde man ja denken, dass gerade hier die Texte besonders wichtig sind.

Ich bin immer ziemlich begeistert, wenn Leute, die kein Isländisch sprechen, meine Musik hören. Natürlich sind die Texte beim Rap sehr wichtig, aber eigentlich geht’s um mehr. Ich höre z.B. schwedischen und französischen Rap, obwohl ich kein Wort verstehe. Es ist eher der Rhythmus und das Gefühl, welches mich packt. In der Musik sollte nichts wichtig sein. Wenn du dich durch sie gut fühlst oder sie Emotionen in dir auslösen, dann stimmt da etwas.

Emmsjé Gauti
Emmsjé Gauti & Aron Can – © Eygló Gísladóttir

Vielen Dank nochmal an Emmsjé Gauti, dass du dir Zeit genommen hast ein paar Fragen für tónlist.de zu beantworten.

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