Ásgeir & Sigur Rós @Ahoi! The Full Hit of Summer, Linz, 12.7.2016

Im Linzer Donaupark fand am 12. Juli zum ersten Mal das Ein-Tages-Festival Ahoi! The Full Hit of Summer statt. Zu den beiden isländischen Bands Ásgeir und Sigur Rós sollte sich an diesem Festivaltag auch noch das passende isländische Wetter gesellen. Direkt an der Donau gelegen, bot das Gelände eigentlich ideale Bedingungen für einen sommerlichen Festivaltag. Der Himmel jedoch lieferte den gesamten Abend über ein Auf und Ab, darunter anhaltende Starkregenfälle und strahlender Sonnenschein, was die unvorhersehbaren Wetterverhältnisse in Island gut wiederspiegelte.

Donaupark Festivalgelände
Donaupark Festivalgelände
Ásgeir
Ásgeir

Die Band Ásgeir des isländischen Songwriters Ásgeir Trausti Einarsson hatte bei ihrem Auftritt an diesem Tag von allen Künstlern das meiste Wetterglück. Strahlender Sonnenschein bei schwülwarmen Temperaturen begleitete die melancholisch-sanften Töne der Isländer nachdem der Aufritt des Anton Bruckner Streichquintetts zu Beginn des Festivals noch von strömenden Regenfällen begleitet war. Mit der Kopfstimme Ásgeirs erinnern die Songs dabei häufig an den   amerikanischen Künstler Bon Iver. Im Gegensatz zum folklastigen Sound Bon Ivers setzt Ásgeir dabei jedoch neben den Klängen seiner Gitarre vermehrt auf den Einsatz von elektronischen Synthie- und Pianoklängen.

Die an diesem Nachmittag dargebotenen Stücke umfassten gleichermaßen isländische wie englische Stücke seines Debutalbums Dýrð í dauðaþögn, das 2014 mit In The Silence auch in englischer Sprache erschienen war.  Zu seinem Konzert hatte sich ein Großteil der insgesamt 9 000 Besucher schon vor der Bühne versammelt. Die Darbietung von Ásgeir kam auch bei den Besuchern gut an. Die Begeisterung steigerte sich merklich von Stück zu Stück und spätestens bei der Ankündigung des Songs Torrent wurde durch den aufkommenden Jubel deutlich, dass nicht wenige Ásgeir schon vor dem Konzert für sich entdeckt hatten. Insgesamt fiel seine Darbietung etwas kurz aus, laut Zeitplan wären noch weitere 20 Minuten für die Band angesetzt gewesen. Dennoch stimmte der Auftritt gut auf den weiteren Abend ein, welcher allerdings durch eine Gewitterwarnung vor Beginn des Auftritts der Band Beirut mit einer angekündigten möglichen Evakuierung kurz auf der Kippe stand. Ganz zu Unrecht kam die Warnung auch nicht. Beim Aufritt der Band um Zach Condon setzte wieder Regen ein und Blitze zuckten. Unterbrochen werden musste aber zum Glück nicht.

Sigur Rós 0 KopieNach der langen Umbaupause war die Stimmung durch den anhaltenden Regen zunächst etwas gedämpft. Die isländischen Post-Rock Helden Sigur Rós ließen sich lange nicht blicken und wurde erst mit Verspätung direkt an den Bühnenrand kutschiert. Im Publikum wurde dicht gedrängt weiter gewartet und sich in EM-Tradition die Zeit mit den angesagten „Huh!“-Rufen vertrieben.

Nachdem Sigur Rós für die ersten beiden Stücke die Bühne hinter einer herabgelassenen Videoleinwand betreten hatten, ließ ab dem 3. Song auch der Regen nach und ermöglichte vollste Konzentration auf das bevorstehende Spektakel.

Sigur Rós
Sigur Rós

Das Set begann mit dem neuen Song Óveður, der erst 3 Wochen vorher seine Internetpremiere feierte. Begleitet wurde das Konzert von einer neuen Bühnenshow mit einer Vielzahl an technischen Aufbauten, wie beleuchteten Stabkonstruktionen und aufwendig inszenierten Animationen auf 2 LED-Wänden. Zum Breakdown im Song Sæglópur traten die drei Musiker um Frontmann Jónsi hinter dem Schutz der Leinwand hervor, verbunden mit  beeindruckenden Explosions- und Feuerwerksanimationen auf den Leinwänden. Mit Starálfur oder Sæglópur und Glósóli vom Album Takk, konzentrierten sich einige ihrer stärksten Stücke gleich auf den Beginn des Auftritts.

Jónsi - Sigur Rós
Jónsi – Sigur Rós

Das weitere Set bot einen Mix quer durch das Gesamtwerk des isländischen Trios. Mal etwas ruhiger, dann wieder ausbrechend und laut. Ein wenig überraschend wurde dabei nun jedoch auf den „Überhit“ Hoppípolla verzichtet. Der meist sphärische Klang der Isländer wird vor allem durch Sänger und Gitarrist Jónsi erzeugt, der beim Gitarrenspiel häufig auf einen Bogen zurückgreift. Seine Falsettstimme trägt ihr Übriges dazu bei. Besonders die Steigerungen in Songs wie Glósóli oder Festival erzeugten bei den Besuchern Gänsehaut und ließen auch die letzten Gedanken an den Regen und die mitunter durchnässte Kleidung vergessen.

Ein rundum sehens- und vor allem hörenswertes Konzert beendete Sigur Rós mit dem Song Poppaglið. Dabei ließ Jónsi es sich nicht nehmen, im wilden Outro des Songs neben seinem Mikrofonständer auch noch einen Scheinwerfer von der Bühne zu kicken, was den darunter stehenden Security etwas überrascht drein blicken ließ. Eine Zugabe gab es nicht, stattdessen kamen die Musiker zurück, um sich noch einmal ausgiebig feiern zu lassen und um sich mit dem isländischen „Takk“ vom Publikum zu verabschieden.

Sigur Rós
Sigur Rós
Setlist Sigur Rós
Setlist Sigur Rós

 

Sigur Rós ist nach wie vor eine DER sehenswertesten und packendsten Livebands. Auf ein hoffentlich spätestens im nächsten Jahr erscheinendes achtes Studioalbum darf gespannt gewartet werden!

Setlist: Óveður – Starálfur – Sæglópur – Glósóli – Vaka – Ný Batterí – E-Bow – Festival – Yfirborð – Kveikur – Hafsól – Poppaglið

Maybe...

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